Direkt zum Hauptbereich

Erinnerungsspuren 1918-2018: Marienhof



Marienhof, 1918
Ich ging in den frühen Morgenstunden aus dem Hause, wie ich es üblicherweise immer mache. Der Duft der frischgebackenen Semmel, typisch fur Ilidza, versüsste die frische Frühlingsluft drastig. Mit der Elektrischen ging es dann die Haupstraße in Richtung Baščaršija. Die Menschen waren drauf und dran mit ihren morgendlichen Tätigkiten anzufangen. Am Marienhof angekommen erstaunte mich dieses Gebäude immer wieder von neuem. Als Residenzialbau erdacht, gestattete August Braun den Kleinhändlern im Erdgeschoss dieses prächtigen Baus ihren Tätigkeiten nachzugehen. Links und rechts um das Schloss wurden prächtige Gartenanlagen angelegt, bei deren Anblick man sofort an die venezianischen Ebenbilder erinnert wird. Würde die Elektrische nicht im Minuten-Takt vorbeifahren, würde man nie auf den Gedanken kommen, dass wir uns im Stadtgebiet befinden. Also, kommen wir nochmal zu den Läden. Das Feilschen der Händler und Kunden übertönt sogar das Donnern der vorbeifahrenden Elektrischen. Man hört Deutsch, Ungarisch, Slawisch, aber auch Arabisch. Ein Mosaik der Reizwahrnehmung ließ mir noch auf, welches mir noch auf der Baščaršija stärker zum Ausdruck kommt. 

Zlatan Orucevic

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Herzlich willkommen auf dem Blog unseres Projektes Sarajevo-Lwiw! Sie finden hier Reiseberichte über die Studienreise von Sarajewoer Studierenden nach Lemberg, die vom 14. bis 18. Mai 2018 stattgefunden hat. Gastgebender Lehrstuhl war der Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation und Translationswissenschaft, unter der Leitung von Frau Prof. Alla Paslawska. Die Studienreise, unter der Leitung von Prof. Vahidin Preljevi ć und MMag. Andreas Wenninger, wurde von der Östrerreichischen Kulturvereinigung (ÖKV) finanziert, und vom Österreichischen Kooperationsbüro in Sarajewo, geleitet von Kamala Šertović , in Zusammenarbeit mit dem Kooperationsbüro Lemberg - Австрійське бюро кооперації у Львові organisiert. Die OeAD-Lektorinnen Rebekka Zeinzinger (Sarajevo) und Hilla Kainzbauer (Lemberg) haben die Studierenden eine Woche lang begleitet.  Wir danken allen, die mitgeholfen haben, diese Studienreise zu ermöglichen, und wünschen viel Spaß beim Lesen der Beiträge!...