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Posts mit dem Label "Schreibworkshop "Erinnerungsspuren 1918-2018"" werden angezeigt.

Erinnerungsspuren 1918-2018: Marienhof

Marienhof, 1918 Ich ging in den frühen Morgenstunden aus dem Hause, wie ich es üblicherweise immer mache. Der Duft der frischgebackenen Semmel, typisch fur Ilidza, versüsste die frische Frühlingsluft drastig. Mit der Elektrischen ging es dann die Haupstraße in Richtung Baščaršija. Die Menschen waren drauf und dran mit ihren morgendlichen Tätigkiten anzufangen. Am Marienhof angekommen erstaunte mich dieses Gebäude immer wieder von neuem. Als Residenzialbau erdacht, gestattete August Braun den Kleinhändlern im Erdgeschoss dieses prächtigen Baus ihren Tätigkeiten nachzugehen. Links und rechts um das Schloss wurden prächtige Gartenanlagen angelegt, bei deren Anblick man sofort an die venezianischen Ebenbilder erinnert wird. Würde die Elektrische nicht im Minuten-Takt vorbeifahren, würde man nie auf den Gedanken kommen, dass wir uns im Stadtgebiet befinden. Also, kommen wir nochmal zu den Läden. Das Feilschen der Händler und Kunden übertönt sogar das Donnern der vorbeifahrenden El...

Erinnerungsspuren 1918-2018: Herz-Jesu-Kathedrale und Strossmayer-Straße

Herz-Jesu-Kathedrale und Strossmayer-Straße, 1918 Ich gehe durch die Strossmayer-Straße, die nicht mehr so besucht ist, wie als sie zuerst erbaut wurde. Man kann nur ein paar Autos vorbeifahren sehen. Auch der eine oder andere Fußgänger spaziert vorbei, eben der, der viel Mut und Optimismus hat. Nach dem Attentat an Franz Ferdinand wurde die Stadt in den I. Weltkrieg mit einbezogen. Obwohl der Krieg jetzt schon vorbei ist, riecht man in der Stadt Angst. Vor dem Ende des Weltkriegs, also vier Jahre nach dem Attentat, marschierten serbische Truppen in die Stadt. Sie wurden aber nicht als große Hilfe verstanden, eher als Drohung. Die Strossmayer-Straße führt zur Herz-Jesu-Kathedrale. Leider sieht es vor der Kathedrale auch düster aus. Es sind nur neun Jahre vergangen, seit sie gebaut wurde. Wenn man Glück hat, kann man jemanden reingehen sehen, der vielleicht betet oder eine Kerze für seine Verstorbenen anzündet. Ich glaube aber, dass diese Straße eines Tages wieder im Glanz schei...

Erinnerungsspuren 1918-2018: Rathaus - Nationalbibliothek

Das Rathaus/die National- und Universitätsbibliothek, 1918 Das Gebäude, das früher mit seiner massiven Erscheinung und Glanz Leute angezogen hat, kann man heute kaum erkennen. Es befindet sich an der Peripherie der Stadt. Die Menschen sind vom Krieg erschöpft und sehen trüb aus. So sieht auch das Rathaus aus. Die sind gewundert, dass ein so großes Gebäude jetzt in Trümmern liegt. Sie gehen vorbei und schauen sich die Ruinen des Gebäudes mit traurigem Blick an. Trotzdem freuen sich die Leute, dass sie noch einen Tag des Krieges überlebt haben. Ihre Stimme ist stumm, denn der Krieg hat sie „zerstört“ und sie kommt nicht raus. Wenn man sich umschaut, sieht man nur graue Farben, die ganze Stadt ist mit dickem Staub bedeckt, so dass die Augen gereizt werden . Man will diesen Staub vom Gesicht abwischen. Alles riecht nach Krieg, Zerstörung und vor allem nach menschlicher Enttäuschung. Das Rathaus/die National- und Universitätsbibliothek, 2018 In diesem Jahr ist es ziemlich ...